Die Heiligen und Patrone der Osnabrücker Kirche, Titelblatt der Dekrete der großen Synode von 1628

Die „Missæ Propriæ“ (Eigenmessen) sind Messformulare für diejenigen Feste, die nicht in der ganzen lateinischen Kirche, sondern nur in einer bestimmten Diözese, einer Ordensgemeinschaft oder in einem Land gefeiert werden.

Für die außerordentliche Form des römischen Ritus gelten die liturgischen Bücher, die 1962 in Gebrauch waren. Da das Erzbistum Hamburg bei seiner Neugründung im Jahr 1995 größtenteils aus dem Bistum Osnabrück hervorging, sind für den Diözesananhang in der außerordentlichen Form die Eigenmessen des Bistums Osnabrück zu verwenden. Diese Messformulare sind somit weiterhin ein liturgisches Bindeglied zwischen beiden Diözesen Hamburg und Osnabrück.

Die liturgischen Texte der Eigenfeste für Messbuch und Brevier finden Sie unter: https://introibo.net/kalender_lokal.php#O

 Weitere Links zu Ritualen und Messbüchern finden Sie im Anschluss an die Liste der Heiligen (durch Klick auf die Cover)

Dieser Anhang Propriumstexte Osnabrück 1953 enthält die Feste der Osnabrücker Bistumspatrone (Joseph, Märtyrer Crispinus und Crispinianus), die Feste von Heiligen, die mit dem Bistum Osnabrück besonders verbunden sind: die Bischöfe Wiho, Gosbert und Adolf von Osnabrück sowie Ludger von Münster; die Kaiser Karl der Große und Heinrich II., die hl. Ursula und ihre Gefährtinnen von Köln; die Feste der Bischöfe Bonifatius von Mainz, Willehad von Bremen, Ansgar von Hamburg-Bremen (Patron der Erzdiözese Hamburg) und Vizelin von Oldenburg (Holstein);die Feste der nordischen Könige Erich von Schweden und Olaf von Norwegen, mehrere Heiligen-Feste, die im 20. Jahrhundert im gesamten deutschen Sprachraum eingeführt wurden: Ulrich von Augsburg, Hildegard von Bingen, Clemens Maria Hofbauer, Konrad von Parzham, Petrus Canisius, Hermann Joseph von Steinfeld. Zudem das Fest der heiligen Reliquien, die in den Kirchen des Bistums aufbewahrt werden, und die Kirchweihfeste der Kathedralen und konsekrierten Kirchen.

Der Diözesananhang aus dem Jahr 1953 beschreibt eine ältere Rangordnung der Feste. Für die außerordentliche Form des Römischen Ritus ist heute die Einteilung in die liturgischen Ränge aus dem Jahr 1960 maßgebend. Danach gibt es liturgische Tage I. bis IV. Klasse.

12.Dezember;III.Klasse

Hl. Vicelin, Bischof und Bekenner
Vicelin (Witzel), * um 1090 in Hameln (Weser), † 12. Dezember 1154 in Neumünster. Er leitete die Domschule in Bremen, war dann Augustiner-Chorherr und Missionar bei den ostholsteinischen Slawen, er gründete die Chorherrenstifte Neumünster und Segeberg sowie mehrere Kirchen in Schleswig-Holstein. Er wurde 1149 zum Bischof von Oldenburg in Holstein geweiht. Das Grab des „Apostels der Wenden“ ist in Bordesholm.

28.Januar; III.Klasse

Hl. Karl der Große, Kaiser, Begründer des Bistums Osnabrück, Bekenner
Karl der Große (Carolus Magnus), * um 748; † 28. Januar 814 in Aachen; er war seit 768 König des Fränkischen Reichs. Er erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Für das Land der Sachsen gründete er die Bistümer Osnabrück, Paderborn, Elze (bei Hildesheim), Münster, Minden, Bremen, Halberstadt und Verden. Nach der Taufe des Herzogs Widukind (785) wurde die erste Kirche von Osnabrück geweiht und mit Reliquien der hl. Märtyrer Crispinus und Crispinianus versehen. Auf Veranlassung Karls des Großen wurde um 810 die erste Kirche nördlich der Elbe geweiht; der Kaiser plante also schon die Gründung eines späteren Erzbistums in Hamburg.

3.Februar; I.Klasse, äußere Feier am Sonntag vor dem 2.2.

Hl. Ansgar, Bischof und Bekenner, Patron des Erzbistums Hamburg
Ansgar (Anskar, Anschar),

* 801 in der Picardie; † 3. Februar 865 in Bremen; er war Benediktiner-Mönch und Lehrer in Corvey (Weser), Missionar in Dänemark und Schweden. 831 Erzbischof von Hamburg. Nach der Zerstörung Hamburgs durch die Wikinger (845) wurde er 848 Bischof von Bremen, sorgte aber weiterhin für die Mission in Skandinavien. Sein Grab ist im Bremer Dom. Der „Apostel des Nordens“ ist der Patron des 1995 wieder begründeten Erzbistums Hamburg. Auch die orthodoxe Kirche verehrt ihn als „Erleuchter von Dänemark und Schweden“.

13. Februar; III.Klasse

Hl. Gosbert, Bischof von Osnabrück und Märtyrer

Gosbert (auch Gauzbert) * um 800; † um 860; er wurde 832 von seinem Onkel Bischof Ebo von Reims und von Ansgar von Hamburg zum Missionsbischof von Schweden mit dem Sitz in Birka geweiht. Als Stützpunkt diente ihm das Kloster Münsterdorf bei Itzehoe in Holstein. Aus Schweden 845 gewaltsam vertrieben, wurde er von König Ludwig dem Deutschen zum Bischof von Osnabrück ernannt; er blieb aber weiterhin für Schweden verantwortlich. Wegen seiner Leiden in der schwedischen Mission wird er als Märtyrer verehrt.

14. Februar; III.Klasse

Adolf von Tecklenburg, Bischof von Osnabrück, Bekenner

Adolf * um 1185; † 30. Juni 1224. Als Sohn des Grafen von Tecklenburg geboren, wurde er Domherr in Köln, dann Mönch der Zisterzienserabtei Kamp am Niederrhein. Zum Bischof von Osnabrück gewählt, empfing er 1217 die Bischofsweihe in Köln. Er erneuerte die Verwaltung des  Bistums, sorgte für den Gottesdienst und den Choralgesang am Dom. Nicht zuletzt kümmerte er sich um Arme, Kranke und Kinder. Er ist Patron des St.-Adolf-Stifts in Reinbek.

15.März; III.Klasse

Hl. Clemens Maria Hofbauer, Bekenner
Clemens Maria Hofbauer, * 26. Dezember 1751 in Tasswitz (Südmähren); † 15. März 1820 in Wien. Sohn eines tschechischen Vaters und einer deutschen Mutter, war er als erster Deutscher Mitglied des Ordens der Redemptoristen. Er wirkte als Prediger und Seelsorger in Polen, Süddeutschland und Österreich. In Erinnerung an seine Herkunft als Bäcker wird am Fest des „Apostels von Wien“ in manchen Kirchen Gebäck gesegnet (Klemensweckerl).

19.März; I.Klasse

Hl. Joseph, Hauptpatron des Bistums Osnabrück

Joseph von Nazareth, den Nährvater Jesu, bestimmte Bischof Hubertus Voß 1913 zum Hauptpatron des Bistums Osnabrück. Schon Clemens August von Bayern hatte  als Bischof von Osnabrück (1728-1761) sein Bistum unter den Schutz des hl. Joseph gestellt; im Diözesanproprium von 1768 wird Joseph als besonderer Schutzpatron der Diözese genannt.

26.März; III.Klasse

Hl. Ludgerus, Bischof und Bekenner
Liudger, lateinisch Ludgerus, erster Bischof von Münster,

* um 742 bei Utrecht, † 26. März 809 in Billerbeck bei Coesfeld.

Der Sohn der christlichen Eheleute Thiadgrim und der Liafburg wurde Schüler von Gregor in Utrecht und Alkuin in York. Er war Missionar bei den Friesen und Sachsen, in Ostfriesland und im Emsland. Im Jahre 791 verkündete er das Evangelium auf der Insel Helgoland, 793 gründete er das Kloster von Mimigernaford (Münster). 805 wurde er in Köln zum Bischof von Münster geweiht. Nach seinem Tod wurde er seinem Wunsch gemäß im Kloster Werden bei Essen (Ruhr) begraben.

7.April; III.Klasse

Hl. Hermann Joseph, Bekenner

Hermann, später auch Hermann Joseph genannt, * um 1150 in Köln, † 7. April 1241 (oder 1225) in Zülpich-Hoven. Früh kam er zu den Prämonstratensern ins Kloster Steinfeld. Zur weiteren Ausbildung ging er in die friesische Abtei Mariengaarde in Hallum bei Leeuwarden. Später kehrte er nach Steinfeld zurück und wirkte als Priester und Sakristan. Er dichtete Hymnen zu Ehren des Herzens Jesu, der Gottesmutter Maria und der heiligen Ursula. Besonderes Geschick zeigte er bei der Reparatur von Uhren. Er starb in der Karwoche bei den Zisterzienserinnen von Hoven. Sein Grab ist in Steinfeld. Nach der römischen Anerkennung seiner Verehrung wird sein Fest seit 1961 in allen deutschen Diözesen gefeiert.

20.April; III.Klasse

Hl. Wiho von Osnabrück, erster Bischof von Osnabrück, Bekenner

Wiho (Wido), * in Friesland, † um 805. Er verkündete – wohl als Priester des Bistums Lüttich – den christlichen Glauben im Osnabrücker Land. Um 800 wurde er von Karl dem Großen zum ersten Bischof der neuen Diözese ernannt. Er starb um 805. Im Jahre 805 fiel Ostern auf den 20. April, so wurde das Fest des hl. Wiho später mit diesem Datum verbunden.

21.April;III.Klasse

Hl. Konrad von Parzham, Bekenner
Konrad von Parzham, * 22. Dezember 1818 in Parzham in der Pfarrei Weng (Rottal) im Bistum Passau; † 21. April 1894 in Altötting. Sein Taufname war Johann Evangelist Birndorfer. Er arbeitete auf dem elterlichen Hof; 1849 verzichtete er auf sein Erbe und trat als Laienbruder in den Kapuzinerorden ein. 41 Jahre lang versah er in treuer Pflichterfüllung den Pfortendienst im Kapuzinerkloster des Marienwallfahrtsortes Altötting. Er wurde 1934 von Papst Pius XI. heiliggesprochen. 1936 wurde sein Fest in allen Diözesen Deutschlands eingeführt.

27.April; III.Klasse

Hl. Petrus Canisius, Bekenner und Kirchenlehrer
Peter de Hondt, lateinisch Petrus Canisius (auch (Kanijs/Kanîs) * 8. Mai 1521 in Nimwegen (Herzogtum Geldern / Erzbistum Köln); † 21. Dezember 1597 in Freiburg/Schweiz. Er war der erste deutsche Jesuit. Sein Leben war der Wiedergewinnung Deutschlands für den katholischen Glauben geweiht; er wird auch der „Zweite Apostel Deutschlands“ genannt. Auf ihn gehen die ersten katholischen Katechismen zurück. Im Jahre 1565 überbrachte er in Fürstenau dem Osnabrücker Bischof Johann von Hoya die Dekrete des Konzils von Trient. 1925 wurde er von Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erklärt.

17.Mai;III.Klasse

Hl. Erich, König und Märtyrer
Erik IX. Jedvardsson, * um 1120 in Västergötland; † 18. Mai 1160 bei Uppsala; er war von 1156 bis 1160 König von Schweden und stärkte die noch junge Kirche seines Landes. Er fiel einer Verschwörung zum Opfer und ist der Schutzheilige Schwedens.

5.Juni;II.Klasse

Hl. Bonifatius, Bischof und Märtyrer

Winfried, später Bonifatius genannt, * 673 Wessex (England), † 5. Juni 754 Dokkum (Friesland). Der englische Benediktiner Winfried kam nach Deutschland und pilgerte dreimal nach Rom: Von Gregor II. erhielt er 719 den Namen „Bonifatius“ und den Auftrag zur Mission bei den Germanen. 722 wurde er in Rom zum Bischof geweiht, danach missionierte er bei Friesen, Hessen, Thüringern und Bayern. Gregor III. ernannte ihn 732 zum Erzbischof des östlichen Frankenreiches mit der Aufgabe der Neuordnung der fränkischen Kirche.744 gründete er die Abtei Fulda, 747 erhielt er das Bistum Mainz. Als er 754 im friesischen Dokkum Neugetaufte firmen wollte, erlitt er mit 52 Gefährten das Martyrium. Sein Grab ist in Fulda, wo er 1160 erstmals als „Apostel der Deutschen“ bezeichnet wurde. Zur gleichen Zeit wurde sein Gedenktag im Nekrologium des Osnabrücker Doms verzeichnet. 1874 fügte Pius IX. sein Fest in den allgemeinen römischen Kalender ein.

28.Juni;I.Klasse im Dom zu Hamburg,II.Klasse im Erzbistum Hamburg

Kirchweihfest der Kathedralkirche zu Hamburg

Bischof Bernhard Höting von Osnabrück vollzog als Apostolischer Provikar der norddeutschen Missionen am 28.  Juni 1893 die Konsekration des heutigen Mariendoms in Hamburg. Im Jahre 1995 wurde diese Kirche zur Kathedrale des neu errichteten Erzbistums Hamburg bestimmt.

4.Juli;III.Klasse

Hl. Ulrich, Bischof und Bekenner
Ulrich von Augsburg (althochdeusch Uodalrîh, lateinisch Udalricus)  * 890 in Wittislingen oder Augsburg; † 4. Juli 973 in Augsburg. Er war fünfzig Jahre lang (923 bis 973) Bischof von Augsburg und vertiefte das kirchliche Leben durch Visitationen und Diözesansynoden. 993 wurde er auf einer römischen Synode von Papst Johannes XV. heiliggesprochen. Sein Fest ist schon in den mittelalterlichen Kalendarien der Domkirchen von Osnabrück, Bremen, Hamburg, Lübeck und Ratzeburg verzeichnet.

15.Juli;III.Klasse

Hl. Heinrich II., Kaiser und Bekenner

Heinrich aus dem Geschlecht der Ottonen, * 973 in Abbach oder Hildesheim; † 13. Juli 1024 Grone bei Göttingen.

Vom hl. Wolfgang in Regensburg erzogen, wurde er 1002 deutscher König. Im gleichen Jahr verlieh er dem Osnabrücker Bischof Wothilolf das Recht auf Markt, Münze und Zoll in Osnabrück. Heinrich förderte die Klöster und gründete neue Bistümer. Papst Benedikt VIII. krönte ihn 1014 zum römischen Kaiser. Heinrich und seine Gemahlin Kunigunde sind im Bamberger Dom begraben.   

29.Juli;III.Klasse

Hl. Olav, König und Märtyrer
Olav II. Haraldsson, * um 995; † 29. Juli 1030 bei Stiklestad (Verdal / Norwegen).

Früh nahm er an den Fahrten der Wikinger teil und wurde im französischen Rouen getauft. Er war norwegischer König von 1015 bis 1028 und wurde zu Lebzeiten der Dicke (Olav Digre) genannt. Er vollendete die Christianisierung seines Landes. Er fiel beim Versuch der Rückeroberung seines Reiches und wurde im Dom von Trondheim begraben, wo sein Grab bis heute das Ziel von Wallfahrten ist.

17.September; III.Klasse

Hl. Hildegard, Jungfrau und Kirchenlehrerin
Hildegard von Bingen, * 1098 in Bermersheim vor der Höhe; † 17. September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen am Rhein. Sie war Benediktinerin und Mystikerin, Dichterin und Komponistin, eine Universalgelehrte ihrer Zeit. Sie stand in Briefwechsel mit Päpsten und Königen; aber auch arme und einfache Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Ihr Grab ist in der Pfarrkirche von Eibingen bei Rüdesheim. Papst Benedikt XVI. nahm 2012 die Heiligsprechung vor und erklärte sie zur Kirchenlehrerin.

26.September; I.Klasse in den konsekrierten Kirchen.Äussere Feier an letzten Sonntag im September

Gemeinsamer Jahrestag der Kirchweihe

Eine Woche vor dem Osnabrücker Domkirchweihfest wird seit 1914 in den konsekrierten Kirchen des Bistums Osnabrück der Gemeinsame Jahrestag der Kirchweihe gefeiert, Dieser Termin wurde auch für das Erzbistum Hamburg übernommen.

5. Oktober I. Klasse (im Dom), II. Klasse (im Bistum Osnabrück). Äußere Feier am Sonntag nach dem 7.10.

Kirchweihfest

der Kathedralkirche zu Osnabrück

Den ersten Osnabrücker Kirchbau zu Ehren des Apostels Petrus und der Märtyrer Crispinus und Crispinianus weihte Bischof Agilfred von Lüttich († 787), vermutlich geschah dies am 20. Juni 786. An diese erste Weihe erinnert der Gedenktag der Übertragung der heiligen Märtyrer Crispinus und Crispinianus, der alljährlich am 20. Juni im Osnabrücker Dom begangen wird. – Das heutige Datum des Domkirchweihfestes erinnert an den 1. Oktober 1277, als Bischof Hermann von Samland den neuen Hochaltar konsekrierte und damit den Bau des heutigen spätromanischen Domes abschloss.

21. Oktober III. Klasse

Hll. Ursula und Gefährtinnen, Jungfrauen und Märtyrinnen
Im 4. Jahrhundert ließ der  römische Senator Clematius in Köln über den Gräbern von Märtyrinnen eine Kapelle bauen, aus der sich die heutige Basilika St. Ursula in Köln entwickelte. Die spätere Legende erzählt von der Königstochter Ursula und elftausend Jungfrauen, die ihrem Glauben bis in den Tod treu blieben. Reliquien dieser Gefährtinnen mit Namen Cordula, Cordua, Juliana und Regina kamen im 14. Jahrhundert in den Osnabrücker Dom. Das liturgische Gedächtnis dieser Übertragung wird im Osnabrücker Dom am 1. Juni begangen.

25. Oktober II. Klasse

Hll. Crispinus und Crispinianus, Zweite Patrone des Bistums und der Stadt Osnabrück, Märtyrer
Crispinus und Crispinianus lebten Ende des 3. Jahrhunderts in Soissons bei Paris. Nach der Legende erlernten die aus Rom stammenden Brüder in Soissons das Handwerk des Schuhmachers, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen und für die Bedürftigen unentgeltlich Schuhe herzustellen. Sie wurden als Christen angezeigt und erlitten das Martyrium. Nach der Taufe Widukinds (785) wurde wohl am 20. Juni 786 die erste Petrus-Kirche in Osnabrück geweiht und von Karl dem Großen mit Reliquien der Märtyrer aus Soissons bedacht. Die beiden Märtyrerbrüder sind auch in den mittelalterlichen Kalendern von Bremen, Hamburg, Lübeck, Ratzeburg und Schwerin verzeichnet.

5. November III. Klasse

Fest der heiligen Reliquien,

die in den Kirchen des Bistums aufbewahrt werden

In der Woche nach dem Fest Allerheiligen gedenken wir aller Märtyrer und Heiligen, deren Reliquien in den Kirchen des Erzbistums Hamburg und des Bistums Osnabrück verehrt werden. Damit verbindet sich auch das Gedächtnis der Zeugen des Glaubens, die in unserer Heimat gelebt und ihr Leben in Christus vollendet haben.

16. November III. Klasse

Hl. Willehad, Bischof und Bekenner

Willehad, * um 745 in Northumbrien (England),  † 8 November 789 in Blexen an der Unterweser; er war ab 770 Missionar bei den Friesen und Sachsen, 787 wurde er von Karl dem Großen zum ersten Bischof von Bremen ernannt. Acht Tage nach der Weihe des ersten Bremer Domes starb er. Sein Grab ist im Bremer Dom. Sein Fest ist – außer in Bremen – auch in den mittelalterlichen Kalendarien der Domkirchen von Hamburg, Lübeck, Schleswig, Ratzeburg und Schwerin verzeichnet.

19. November III. Klasse

Hl. Elisabeth, Witwe

* 1207 Sárospatak (Ungarn)
† 17.11.1231 Marburg (Hessen). Elisabeth kam als Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und seiner Frau Gertrud von Andechs schon mit vier Jahren auf die Wartburg bei Eisenach. 1221 heiratete sie mit 14 Jahren den Landgrafen Ludwig von Thüringen, dem sie drei Kinder gebar. Im Geiste des hl. Franz von Assisi kümmerte sie sich um Arme und Kranke in Eisenach. 1227 starb ihr Mann auf einem Kreuzzug. Sie musste die Wartburg verlassen und gründete in Marburg ein Hospital, in dem sie selbst den Kranken diente. Nach ihrem Tod 1231 wurde sie schon 1235 heiliggesprochen und bald in allen deutschsprachigen Diözesen verehrt. Sie ist die Patronin der Caritas.

Osnabrücker Ritual von 1653
link zum Osnabrücker Ritual von 1653-welches bis 1906 im Gebrauche war! Datei der Bayerischen Staatsbibliothek
link zu den Texten der Osnabrücker Eigenmessen von 1652. Datei der Bayerischen Staatsbibliothek
link zum ersten nachtridentinischen Osnabrücker Anhang zum Römischen Brevier aus dem Jahre 1652. Datei der Sammlung der Universität Münster
Dieser Link führt Sie zum von der Staats-und Universitätsbibliothek Bremen zur Verfügung gestellten PDF des Bremer Messbuches, das der Bremer Erzbischof Johann Rode im Jahre 1511 drucken ließ.

Empfohlen für einen jeden, der sich einen Überblick über die Osnabrücker Diözesanliturgie von den Anfängen bis heute erlauben will: Hier ein Link zum Hinweis auf die Dissertation des Pfarrers von Diepholz, Ansgar Stolte: https://books.google.de/books/about/Liturgische_Quellen_im_Bistum_Osnabrück.html?id=fYl3DwAAQBAJ&redir_esc=y

Liturgische Quellen im Bistum Osnabrück: Studien zur ortskirchlichen Rezeption des römischen Ritus (Studien zur Pastoraltheologie 37)Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2013 – 456 Seiten;